Evidenzbasierte Behandlung von Angstzuständen und schweren psychischen Erkrankungen in der Ukraine\r
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Niederschwellige psychologische Unterstützung für vom Krieg betroffene Menschen in der Ukraine zur Verfügung stellen – dies ist das Ziel des aktuellen Projekts der Klinikpartnerschaft zwischen der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Regionalen Medizinischen Zentrums für psychische Gesundheit in Odessa. Die beiden Partner weiten hiermit ihre 2023 begonnen Kooperation aus. \r
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Hintergrund\r
Schätzungen zufolge könnten in der Ukraine bis zu zehn Millionen Menschen durch den Krieg von psychischen Problemen bedroht sein, die zu akutem Stress, Angstzuständen, Depressionen, Drogenkonsum und posttraumatischen Belastungsstörungen führen könnten. Viele von ihnen haben keinen Zugang zu klassischer psychotherapeutischer oder psychiatrischer Behandlung. Bei Kindern ist dieser Mangel besonders gravierend. Auch etwa 40 Prozent der im Gesundheitswesen tätigen Menschen zeigen Symptome von Depressionen oder Angstzuständen. \r
Das ukrainische Gesundheitswesen kann diesen Bedarf an Therapie nicht decken, unter anderem aufgrund finanzieller Engpässe, eines Mangels an Fachkräften sowie einer veralteten Ausrichtung auf die stationäre Versorgung.\r
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Aktivitäten\r
-\tEntwicklung von Kapiteln für die Smartphone-App COGITO zu den Themen Angststörungen und Trauma und deren Übersetzung ins Ukrainische\r
-\tÜbersetzung der frei verfügbaren App COGITO Kids, die eine vereinfachte Version der App COGITO für Kinder und Jugendliche darstellt\r
-\tÜbersetzung und kontextspezifische Anpassung des Handbuchs für metakognitive Trainings für Psychose (MKT), das praktische Tipps für die Durchführung von Behandlungssitzungen enthält\r
-\tOnline-Workshops zur Schulung von Ausbilder*innen zu MKT im ukrainischen Gesundheitswesen\r
-\tDurchführung von Social-Media-Kampagnen zu COGITO, COGITO Kids und MKT für medizinisches Fachpersonal und Betroffene\r
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Wirkungen\r
Durch das Projekt erhalten mindestens 2.000 Erwachsene und 500 Kinder Zugang zu der Selbsthilfe-App COGITO. Zudem sollen 50 im Gesundheitswesen tätige Personen ihre Kenntnisse zum metakognitiven Training verbessert haben, wodurch mindestens 200 Patient*innen profitieren sollen. \r